
Richard Nicholson dokumentiert die letzten verbliebenen Dunkelkammern von London. via
“This project, shot on 4″x5″ film, documents London’s remaining professional darkrooms. It is based on my nostalgia for a dying craft (there are no young printers). It is in these rooms that printers have worked their magic, distilling the works of photographers such as David Bailey, Anton Corbijn and Nick Knight into a recognisable ‘look’”

Ich muss zugeben, dass es auch mich in den letzten Monaten immer mehr reizt, analoge Kameras und analoge Filmentwicklung zu testen. Ich schätze, beim nächsten Flohmarktbesuch werde ich zuschlagen. Irgendwelche Empfehlungen?
Sorry übrigens für die kurze Flaute an neuen Beiträgen, jetzt geht es hoffentlich wieder weiter.
Tags: analog, analoge fotografie, darkrrom, dunkelkammer

17 Kommentare
Am 30. Januar 2009 um 16:00 Uhr
also ich hab vor einiger zeit, zusätzlich zur digitalen kamera, eine so gut wie nie benutzte nikon f65 bei ebay ersteigert. die hat die wichtigsten funktionen, ist noch halbwegs modern und ich kann meine objektive weiter benutzen. das war mir auch eigentlich das wichtigste…
ansonsten zur spielerei vielleicht noch ‘ne holga?
Am 30. Januar 2009 um 16:15 Uhr
Ich habe durch meine Mutter eine Pentax MG. Die ist, glaube ich, 20 Jahre alt. Bei alten Kameras, wobei analog ja nicht gleich alt heißt, muss man allgmein darauf achten, dass das Öl(?), dass den Spiegel schmiert, nicht verklumpt/verklept/oder sonst etwas. Aber die Pentax macht super Bilder und für mich der Inbegriff für Minimalismus.
Am 30. Januar 2009 um 16:15 Uhr
Mich hat es vor kurzem auch gepackt, und ich habe mir gleich mehrere Kameras gekauft:
1) Eine Holga 120N. Dazu brauche ich wahrscheinlich nichts zu sagen. Gibt’s für nen Appel und nen Ei bei ebay, markante Ergebnisse, auch wegen des verwendeten 120er Film und der Plastiklinse. Zum Spielen und Experimentieren sicherlich gut geeignet. Eine Alternative mit 35mm-Film ist die Lomo LC-A
2) Eine Leica Minilux als Point-and-Shoot. Auch zufällig bei ebay entdeckt, unglaublich günstig erstanden. Sehr gute Festbrennweite als Objektiv, Blende manuell steuerbar, Verschluss kann durch über- oder unterbelichten beeinflusst werden. Meine immer-dabei-Kamera! Ähnliche Kameras sind die Contax T2 und T3-Modelle.
3) Nachdem mich die Minilux so begeistert hat, habe ich mir zusätzlich noch eine Leica R6 Spiegelreflex mit wechselbarer 50mm-Festbrennweite gegönnt. Die R6 arbeitet vollmechanisch, die Batterie wird nur für den Belichtungsmesser benötigt. Der Klang beim Auslösen ist Musik. Auf die ersten Bilder muss ich noch warten, weil der Kauf erst ein paar Tage zurückliegt.
Preislich halten sich die analogen Anschaffungen noch im Rahmen. Für die Holga muss man weniger als 20 EUR rechnen, für die Minilux etwa 100 EUR, nur die R6 samt Objektiv fällt je nach Zustand etwas aus dem Rahmen. Den nicht-mechanischen Vorgänger R5 kann man bei ebay jedoch schon für ca. 200 EUR erstehen. Um die optische und mechanische Qualität gebrauchter Leica-Objektive und -Kameras muss man sich in der Regel keine Sorgen machen, weil die meisten Besitzer sorgsam mit ihrem Material umgegangen sind (hat schließlich mal ein Vermögen gekostet!) und die Leica-Qualität wirklich was taugt.
Auch für Filme ist ebay eine gute Quelle. Zahlreiche Händler und Privatleute scheinen zur Zeit ihre Vorräte zu verscherbeln. So können Filme, die kurz vor oder nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum stehen, oft für unter 1 EUR pro Stück erworben werden, im 10er-Pack versteht sich. Zum Entwickeln kann man Filme zu dm (Drogeriemarkt) geben, weil die eine recht transparente Preispolitik haben. Entwickeln kostet 1 EUR, eine CD 3 EUR, Bilder pro Stück ein paar Cent. Dabei ist es auch möglich, nur entwickeln (macht 1 EUR pro Film) oder nur entwickeln und brennen zu lassen (macht 4 EUR pro Film). So können die schönsten Bilder ausgewählt und anschließend gedruckt werden. Die meisten Labore vergrößern die Negative sowieso nicht mehr direkt, sondern scannen sie ein und vergrößern digital. Wenn man dem Labor das Entwickeln und Scannen überlässt und anschließend online bestellt, ist also auch kein Qualitätsverlust gegenüber dem Mitbestellen der Bilder zu erwarten.
Am 30. Januar 2009 um 19:09 Uhr
Pass beim Thema Flohmarkt einfach ein bisschen auf - oftmals werden da analoge Geräte verscheuert, die schlicht und ergreifend schrottreif sind. Verharzte Verschlüsse undsoweiter.
Das analoge Abenteuer kann man gut mit einer BoxKamera beginnen (Rollfilm, 6×9 Negative, einfache Meniske, kein Bohei aber Charme ohne Ende!) oder auch mit einer AgfaClack.
Soll’s ein wenig technischer sein, dann schau nach einer Agfa Optima oder überhaupt nach einer von diesen kleinen Agfas mit dem roten Sensorauslöser. Ich empfehle die Optima 1035, solltest Du aber das unverschämte Glück haben eine Agfa Sensotronic zu finden (Nicht SLR! Mischsucher!) dann schlag zu! Die Dinger sind genial und leider sehr selten. Die meine hat mein Sohn bei mir abgestaubt *seufz*
Empfehlen könnte ich Dir auch die ein oder andere Russentante - eine FED, eine Zorki (wurde auch unter Revue3 gelabelt)oder eine Zenit. Feine Geräte mit feiner Ausdrucksweise!
Wenn es dann doch in die analoge SLR-Ecke gehen soll, dann schau nach Pentax ME oder MEsuper. Du zahlst weniger als für eine Nikon und hast etwas ordentliches!
Wenn Du in die analoge Mittelformatfotografie schnuppern willst, dann schau nach der Lubitel (russische Plastekiste mit Seele) oder nach einer Kiev 60 (oder Pentagon six) - die letzteren sind allerdings gerade als Flohmarktmodell mit absoluter Vorsicht zu genießen!
Grundsätzlich gilt: Nimm die Kamera, die Dir auf dem Flohmarkt ins Auge gesprungen ist in die Hand und horche in Dich hinein. Fühlt sie sich gut an? Lässt sie sich händeln? Ist die Technik noch in einem vertrauenerweckendem Zustand? Der Preis akzeptabel? Dann mach.
Falls noch Fragen sind - gerne per Mail.
Am 30. Januar 2009 um 19:19 Uhr
Hey Kai,
ich kann Dir nur zuraten: Analog ist Wahnsinn, was die Qualität und Feeling angeht. Und es gibt immer viel zu entdecken: Jeder Film hat eine andere Charakteristik und einen eigenen Charme.
Ich persönlich entwickele S/W selber - das geht ganz sauber im eigenen Wohnzimmer und kommt ohne Dunkelkammer aus (Dunkelsack!). Anschaffungskosten für Chemikalien, Dunkelsack, Tanks und Abmessbecher liegen bei weniger als 100 EUR…
Und: Tatsächlich bringt die eigene Entwicklung den meisten Qualitätsgewinn – mit frischen Chemikalien und einer genau auf den Film abgestimmten Entwicklungszeit erzielt man auch als Anfänger schnell bessere Resultate als das Großlabor!
Für 2-6 Filme brauche ich ziemlich genau eine halbe Stunde. Danach eine halbe Stunde trocknen und ab in den Scanner. Das ist Best of both Worlds!
Bestes
SPu
Am 31. Januar 2009 um 13:42 Uhr
Ich bin auch vor 3 Jahren wieder auf analog umgestiegen und hab mir vor einem Jahr ein S/W-Entwicklungsset ersteigert. Ein paar Dinge musste ich noch nachkaufen, kam insgesamt aber auch nicht nennenswert über 100 Euro. Findet alles im Bad seinen Platz. Hat den Vorteil, dass dieses bloß ein kleines Fenster hat, das leicht abzudichten ist.
Bekannte haben mir vor Kurzem dann noch einen Farbvergrößerer geschenkt bekommen, den ich aus Zeitmangel aber leider noch nicht ausgetestet habe. Ist wohl auch ein bisschen aufwendiger als S/W, das wirklich leicht zu erlernen ist und gerade bei S/W ist die Qualität um einiges höher als beim Großlabor.
Ganz zu Schweigen von den Möglichkeiten der Einflussnahme auf das Ergebnis, die man hat.
Uneingeschränkt empfehlenswert!
Am 31. Januar 2009 um 13:46 Uhr
Wow, danke für eure Tipps! Eine FED habe ich sogar hier rumliegen, habe sie in Riga für 5 Euro gekauft. Leider taugt sie nur fürs Regal, die Mechanik ist hinüber.
Am 1. Februar 2009 um 13:48 Uhr
Hallo Kai,
Flohmarkt ist echt eine heikle Sache, da liegt soviel Schrott rum…Und oft denken die Verkäufer, sie hätten etwas ganz seltenes auf ihrem Tisch und verlangen horrende Preise :”Die geht noch mit Film!!!”
Du solltest Dir im Klaren sein, wofür du die Kamera möchtest und was du von der Kamera erwartest. Aber ein billiger, vollautomatischer Kleinbild-point&shooter ist die Yashica T3. Diese hat eine Carl Zeiss Tessar T* Linse, so ziemlich mit das Schärfste, was zu haben ist. Und sie ist sehr günstig zu haben…
Lomo und Konsorten überzeugen mich bei sw so gut wie nie, aber es gibt Ausnahmen. Was Farbe angeht, ist das schon wieder ein anderes Thema
Als analoge SLR kann ich Dir eine Olympus OM empfehlen, relativ günstig zu haben und mit den original Festbrennweiten ist sie einfach Hammer…
Was Laborarbeit angeht, ist sw wirklich sehr einfach zu lernen, Farbe habe ich noch nicht ausprobiert…Und über die Qulität (Ist einfach besser!) muss auch nichts mehr gesagt werden, haben meine Vorredner schon en masse getan
Am 2. Februar 2009 um 11:36 Uhr
Schöne Reportage über Londons Dunkelkammern. Auch in Wien ist es fast schon so weit… Aber solange es noch FotografInnen gibt, die analog lieben, und auch Magazine, die ihre Fotografen nicht zwingen, digital zu fotografieren, wird´s weiterhin dunkle Kammern in der Fotografie geben..
Lies mal hier, was Fotografen dann daraus machen: http://www.fotostrada.at/files/a4283b244aa3ad15fe2ad350636c34e3-236.php
Beste Grüße, ciao, tina
P.S. Werde mir erlauben, dein posting auf fotostrada zu verwenden.. ;-))
Am 2. Februar 2009 um 20:50 Uhr
Mahlzeit,
kann ne eigene DuKa auch nur empfehlen. Hab mir selbst vor unendlich langer Zeit eine zulegen können (gebraucht gekauft, ca. 180€ inkl. Chemie und nem großzügigen Haufen Papier) und leider erst viel zu spät selbst angefangen damit zu arbeiten. Aber es ist einfach ein unheimlich geiles Gefühl, wenn man sein erstes selbst entwickeltes Negativ in der Hand hält. Und es wird noch geiler, wenn man seine erste Vergrößerung im Entwickler “kommen” sieht. Es macht einfach nur Spaß und ist besser wie PS und Konsorten. Außerdem, glaube ich, sollte man das analoge Handwerk nicht aussterben lassen!
Am 3. Februar 2009 um 23:37 Uhr
Die Dunkelkammer-Bilder sind echt interessant, aber irgendwie auch traurig: Ich hab das Gefühl ihnen beim Sterben zu zu sehen.
Versuch es unbedingt mal analog. Ich arbeite nur mit Film (und inzwischen Scanner), habe aber bis jetzt noch nie eine digitale Kamera besessen. Das Bedürfnis entsteht einfach nicht, obwohl ich eigentlich zur “Generation Digicam” gehören sollte.
Ich benutze Canon EOS 50 Bodies (ohne D) mit aktuellen Objektiven. Hat den Vorteil dass erstere billig (ca. 40 Euro) und letztere hochwertig sind und noch überall angeboten werden. Und theoretisch ließen sie sich auch an einer digitalen verwenden.
Am 4. Februar 2009 um 10:41 Uhr
Interesanterweise gibt es in London noch das Metro Imaging in der Clerkenwell Road.. Metro war immer schon ein tolles Fotolabor, aber natürlich auch, wie alles in London, sehr teuer. Es können die “letzten” Fotolabore natürlich auch nur so überleben, daß sie die Preise kräftig erhöhen…Siehe die Preisliste auf http://www.metroimaging.com. Für private Zwecke ist es natürlich sehr witzig, selber in der Dunkelkammer rumzutun (siehe die Vorredner). Professionelle (die,die davon leben) Fotografen können das eher nicht machen. Analog wird sich (hoffentlich) immer halten, aber im professionellen Bereich wird es sicher verschwinden… Beste Grüße aus Wien, tina
Am 4. Februar 2009 um 12:58 Uhr
die pentacon six kann ich auch sehr empfehlen
ist natürlich etwas unhandlicher und aufwändiger in der handhabung als ‘ne modernere kleinbild-spiegelreflex, aber die ergebnisse sind super, wenn man halbwegs richtig belichtet hat. ich hatte immer überlegt mir mal eine hasselblad zuzulegen, aber die mittelformat-ergebnisse mit der pentacon reichen für meine zwecke völlig aus. allerdings ist ein belichtungsmesser sicher ganz hilfreich, sonst muss man schätzen
wenn ein bißchen eigenwerbung ok ist, sind hier meine ganzen analogen sachen in einer flickr-collection
http://www.flickr.com/photos/streetpreacher/collections/72157600002808692/
Am 5. März 2009 um 12:40 Uhr
Hallo Kai,
ich kann Dir empfehler hin und wieder mal in die Auslagen von Foto Lambertin, Gregor etc. zu werfen. Dort findet man oft tolle, gebrauchte SLR-Kameras.
Außerdem findet einmal im Jahr eine Fotobörse in Köln-Mühlheim statt: http://www.koelnfoto.com/
Außerdem bieten alle namenhaften Fotomagazine immer einen Kleinanzeigen-Teil, in dem auch oftmals alte Labor-Bestandteile angeboten werden. Ansonsten einfach mal bei den ortsansässigen Laboren anfragen, ob die nicht noch was im Keller stehen haben, was sie los werden wollen.
Meinen S/W-Kopf hab auch meinem alten Ausbilder aus dem Kreuz geleiert. Er war froh, dass es einfach jemand mitgenommen hat
…
LG, Tina
Am 1. Mai 2009 um 13:50 Uhr
Ich habe ein Problem, lebe in Manila und suche fuer meine R6 neue Batterien. Saemtliche in der Anleitung genannten Batterien sind hier nicht verfuegbar. Kann ich auch andere benutzen, z.B. 1,5V Alcaline bei gleicher Groesse?
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