Gestern habe ich mir endlich mal wieder Freundin und Kamera geschnappt, um bei dem schönen Wetter ein wenig an der frischen Luft unterwegs zu sein. Also, schnell ein paar Objektive gesäubert, die guten Teile in die Tasche gesteckt, und mit der Kamera in der Hand Richtung Blücherpark spaziert.
Diese Spaziergänge liebe ich, da ich zum einen mit meiner Freundin quatschen kann, und zum anderen unser Viertel immer wieder anders entdecke - obwohl ich manche Straßen schon unzählige Mal abgelaufen bin. Es muß witzig aussehen, wenn ich mitten im Gespräch in die Hocke springe und in wenigen Sekunden wieder weitergehe, als wäre gerade nix passiert.
Ich mag den Zufall, der dafür sorgt, dass für wenige Sekunden ein Motiv entsteht, das durch die Kombination von feststehenden und beweglichen Objekten (Menschen, Autos, eine vorbeiwehende Mülltüte, Tiere etc. ) für nur einen kurzen Momement einzufangen ist.
Oder um es mit den Worten von Thees Uhlmann zu sagen: Die Schönheit der Chance.
Der Nachteil: Hat man auch nur den kleinsten Fehler gemacht - ist aus der Aufnahme nichts geworden. Einen zweiten Versuch gibt es oft nicht. Ich liebe es einfach, so zu fotografieren. Vielleicht ist das einer der Gründe, warum ich nur wenige Male im Jahr überhaupt mit einem Stativ unterwegs bin…
Diese Fotos sind (neben etwa 100 anderen) gestern innerhalb einer Stunde entstanden. Sicher keine Meisterwerke, aber Momentaufnahmen, durch die ich mich auch in einem Jahr noch an den gestrigen Spaziergang erinnern kann.
Wie ist das bei euch? Geht ihr mit der Kamera überhaupt einfach so vor die Tür? Ohne vorher schon zu wissen, was ihr fotografieren werdet, was euch begegnen wird und ob überhaupt auch nur ein einziges brauchbares Foto dabei entsteht?
Kurz erwähnt: Ich habe vor, auch weiterhin Fotos von mir hier zu integrieren - auch wenn diese sich qualitativ enorm von den Arbeiten der übrigen Fotografen hier unterscheiden. Es gibt bereits genügend Fotoblogs, die zwar vom Fotografieren reden schreiben, aber kaum eigene Arbeiten zeigen. Doch genau darum geht es doch eigentlich, oder?
Tags: fotografieren, spontan








31 Kommentare
Am 11. Januar 2009 um 17:41 Uhr
Mir gefallen die Fotos sehr gut.
Am 11. Januar 2009 um 17:45 Uhr
Veröffentliche bitte weiter deine Bilder hier, ein paar davon gefallen mir ganz gut. *THUMBS UP*
Am 11. Januar 2009 um 17:51 Uhr
Find ich toll, mach ich leider viel zu selten!
Mich würde noch interessieren, wie du deine Fotos nachbearbeitest, Farben usw… z.B. das mit der Strasse, darf ich da bisschen mehr über das Foto erfahren? =)
Am 11. Januar 2009 um 17:51 Uhr
wow! 2 Bilder sind denke ich weitaus mehr als nur Schnappschüsse - einmal die nette junge Frau und die Straße. Beide Bilder erzeugen in mir Emotionen - und das ist doch das, worum es in der Fotografie geht - oder auch nicht. Mir geht es auf jeden Fall darum.
Am 11. Januar 2009 um 17:54 Uhr
Ich hab immer eine Kamera dabei. Finde einige deiner Bilder sehr schön. Weiter so.
Am 11. Januar 2009 um 17:55 Uhr
Ich mache das oft. War gestern auch in dieser schönen Schneelandschaft unterwegs.
Hab 76 Bilder geschossen von denen ich nur 3 behalten habe. =)
http://www.cellafella.de/schnee_01.jpg
Deine Fotos sind echt schön
Am 11. Januar 2009 um 17:58 Uhr
@Tobi Alle Fotos wurden in Photoshop Lightroom bearbeitet. Bei dem Foto der Straße habe ich die Sättigung stark verringert und den Kontrast über die Gradationskurven erhöht.
Am 11. Januar 2009 um 18:00 Uhr
Oh Kai, die Bilder finde ich wunderschön. Ich bin keine große Fotografin, gute Kameras haben wir zwar viele in der Familie, aber ich kriege geliehenes Equipment immer so schnell kaputt … Aber wenn, ja wenn ich mehr und besser Bilder machen würde, ich würde die Kamera auch mitnehmen, ganz nichtsahnend.
Und jetzt weiß ich auch, warum mein Vorderreifen platt ist. Tss.
Am 11. Januar 2009 um 18:02 Uhr
Wow, so viele nette Komentare in der kurzen Zeit! Danke euch, ich würde mir wünschen, dass drüben auf stylespion.de so schnell kommentiert wird
Am 11. Januar 2009 um 18:03 Uhr
Ich finde es übrigens immer wieder so interessant wie befremdlich, wie man aus zweierlei Perspektiven auf ein Œuvre gucken kann, bei der Fotografie wie bei der Musik: Verschlusszeiten, Gradationskurven, Bridges und Genres auf der einen Seite, die Wirkung und persönliche Bedeutung auf der anderen.
Am 11. Januar 2009 um 18:06 Uhr
Hallo,
da ich im Moment ohne Kamera dastehe kann ich leider meine neue Umgebung noch nicht in der Art und Weise entdecken, wie ich es gewohnt bin. Doch genau das, diese Chancen-Safaris, wie ich es nenne sind es, die die kreativen Batterien aufladen. Für mich waren und sind diese Touren immer sehr spannend und ich freu mich schon drauf, im Frühjahr wieder loszulegen.
@Tina: Bessere Fotos machst du nur indem du Fotos machst hab ich mal irgendwann gelesen…
… bei den meisten Menschen, die ich kenne, war es so.
Am 11. Januar 2009 um 18:06 Uhr
Ohne Knipse vor die Tür gehen? No way! Selbst in die üblen Punkerschuppen schlepp ich eins der Schätzchen mit. Was soll man sonst machen? Warten, dass sich in den eigenen 4 Wänden was arrangiert? Ich will doch Leben fotografieren.
Zur Zeit kommt eine der analogen immer mit. Die Holga zum Beispiel ist schön kompakt, die passt in jeden Beutel.
Am 11. Januar 2009 um 18:22 Uhr
deine letzte Anmerkung finde ich sehr gut; und deine Bilder.
Am 11. Januar 2009 um 18:23 Uhr
Ich bin sogar grundsätzlicher einfach so unterwegs Fotograf.
Ich habe nur eine gute kompakte Kamera (Canon G9 Powershot) und einen Gorillapod, die ich beide immer in meiner Tasche mit dabei habe - eine Spiegelreflex werde ich mir auch nei kaufen, da ich nie wirklich mit einem Vorsatz zu fotografieren rausgehe, sondern immer nur unterwegs irgendwas fotografierenswertes finde.
Am 11. Januar 2009 um 19:31 Uhr
find ich cool die fodos… hihi…
leider geh ich viel viel viel zu selten einfach so raus… entweder keine zeit oder keine lust und dann ärgere ich mich hinten nach immer naja so is das halt…
leider nehm ich meine cam auch viel zu selten so mit muss so schon immer ewig viele sachen mitschleppen dann will ich meistens nicht noch die cam mitnehmen sollte mir vl echt mal wieder eine neue tasche (zu den 10 anderen) noch anschaffen vl is es dann leichter hihi…
lg aus klu
Am 11. Januar 2009 um 20:15 Uhr
Wow! Richtig schöne Fotos, spontane sind auch mit die schönsten
Am 11. Januar 2009 um 23:00 Uhr
Ich habe eine kleine Kamera, die ich eigentlich immer dabei habe, denn ich ärgere mich, wenn sie nicht dabei ist
die große nehm ich manchmal auch “einfach so” mit, weil sie doch die besseren bilder macht
die meisten meiner bilder entstehen spontan, so richtig bin ich in die welt der projektierten und konzeptuellen (haha) fotografie noch nicht eingestiegen
Am 12. Januar 2009 um 09:56 Uhr
mir gefällt das erste foto. die katze sieht aus wie ein aus dem knast entflohener bösewicht welcher soeben beim radklaun erwischt wurde… hihi
Am 12. Januar 2009 um 10:50 Uhr
Klasse Fotos!
Als Neuling in Sachen DSR-Fotografie hätt ich ne Frage an Dich, Kai.
Wie handhabst Du die technische Seite der Fotografie bei derart spontanem Knipsen?
Fotografierst Du in nem vorgefertigten Kameramodus oder stimmst Du auf die Schnelle Blende, Verschlußzeit etc manuell ab, bevor Du den Auslöser drückst?
Und laß Dich nicht von Deinem Blog-Konzept abbringen - genau diese Art der Postings lassen Deinen Blog persönlich erscheinen und heben ihn von der Masse ab.
Gruß vom Hannes.
Am 12. Januar 2009 um 10:57 Uhr
Ich fotografiere zu 95% im Modus “aperture priority” - bei dem ich die Blende vorgebe, und die Kamera den Rest, sprich die Verschlusszeit, bestimmt. In der Regel wähle ich eine offene Blende (etwa f2.8 oder f3.5) um eine kurze Verschlusszeit zu haben. Gerade für spontane Sachen passt das gut. Wenn ich etwas mehr Zeit habe (wie bei der Straße oben) passe ich meine Einstellung natürlich an, um das bestmögliche Ergebnis zu bekommen.
Am 12. Januar 2009 um 11:09 Uhr
Das ging ja schnell.
Vielen Dank für Deine ausführliche Antwort!
Werd die “fixe Blenden-Methode” die kommenden Tage ausprobieren.
Am 12. Januar 2009 um 12:59 Uhr
Ohne Kamera aus der Tür? Kommt (fast) nicht vor. Ich glaube, meine Umgebung würde mich ohne auch garnicht mehr erkennen.
Am 12. Januar 2009 um 15:21 Uhr
Die Straße gefällt mir sehr gut, schöner Aufbau, gute Farben und Kontrast…Das Bild mit der jungen Frau ist von den Farben her auch klasse, leider kuckt sie etwas angestrengt nach links (meine Meinung), kenne ich auch von meiner Freundin
Ich gehe eigentlich nie ohne Kamera aus dem Haus, zu 99,9% analog unterwegs
Am 12. Januar 2009 um 15:26 Uhr
hübsche bilder hast du gemacht … wir gehen meist verabredet mit der kamera raus, suchen uns einen ort zum bilder machen und legen uns nicht unbedingt auf themen fest. am sonntag waren wir auf hannovers maschsee unterwegs und haben ein bisschen geschossen, ergebnisse gibts hier und hier … poste weiter deine fotos, gefallen mir gut. auch den tipp mit dem tilt-shift fand ich super, ich hatte ähnliches schon händisch in photoshop probiert, war aber mit dem ergebnis recht unzufrieden.
Am 12. Januar 2009 um 16:24 Uhr
Das Foto mit Deiner Freundin finde ich richtig gut gelungen. Die Farben kommen klasse zur Geltung, eingzig die Gegenlichtquelle (auch Sonne genannt
) hätte gern ein wenig weiter links sein können.
Am 12. Januar 2009 um 20:51 Uhr
Auch ich muss all meine Vorgänger recht geben, dass die Fotos echt Klasse sind und eine besondere Note haben. Aber als Fotograf denk ich dass man seine Bilder anders sieht als andere da man nicht nur das fertige Foto sieht sondern das ganze rundherum. (Entstehung, Alles drumherum, Bearbeitung, Eigentliche Ziel des Motives, und und und)
Kommen wir aber zu deiner Frage: Leider des öfteren gehen ich auch Halsüberstürzt mit der Kamera auf Tour, ohne zu wissen was ich eigentlich will. Leider sind sehr oft dann sehr niederschmetternde Ergebnisse dabei. Aber ab und an super tolle Überraschungen.
Ach, hatte die Tage auch ein Beitrag auf meiner Page dazu geschrieben gehabt von mein letztem spontanen Fotoausflug geschriebe.
Unvorbereiteter Fototrip
Und hier die schlechten Bilder Ergebnisse:
Schneefotografie - 1.Gehversuche
Am 14. Januar 2009 um 09:45 Uhr
Ich habe meine Kamera fast jeden Tag dabei, jedenfalls auf dem Weg zur Arbeit. Gerade in der Zeit, wenn sich der Weg zur Arbeit mit Sonnenauf- oder Sonnenuntergang schneidet, entstehen manchmal recht gute Sachen. Auch auf Wandertouren habe ich grundsätzlich immer die Kamera dabei.
Am 14. Januar 2009 um 16:55 Uhr
Also doch hier, Kai
Wie machst du das - oder allgemein wie macht ihr das - mit der “Menschenfotografie” bei spontanen Fototouren? Fotografiert ihr erst und fragt dann? Oder umgekehrt? Oder gar nicht?
Am 15. Januar 2009 um 01:44 Uhr
ich mag deine bilder.. bitte mehr davon hier!
Am 15. Januar 2009 um 09:37 Uhr
Hallo Kai,
der Beitrag ist richtig gut gelungen! Wie auch der Blog- du fotografierst doch auch noch keine Ewigkeiten,- mir geht es genauso und ich würde mich total über ein paar Links zu anderen Tutorials freuen! Hattest du Seiten die dich weitergebracht haben? Oder hast du mehr mit bzw. aus Büchern gelernt?
Liebe Grüße,
Jana
Am 18. April 2009 um 21:12 Uhr
Finde die Bilder schön und inspirierend. Ich gehe auch selten ohne Kamera aus dem Haus, aber fühle mich durch deine Pics im positiven Sinn herausgefordert, noch mehr nach Gelegenheiten zu suchen. Und mit dem Av-Modus werde ich sicher nochmal mehr experimentieren.
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